Pädagogisches Konzept

Das pädagogische Konzept der Schule

Was wir wollen

Das Kollegium, die Eltern- und die Schülerschaft der Grund- und Regionalschule Einfeld haben diese Schule zum Schuljahr 2013/2014 zur Gemeinschaftsschule weiterentwickelt.
Der Grundstein für das pädagogische Konzept ist das jetzige Schulprogramm der Grund- und Gemeinschaftsschule Einfeld.

Pädagogische Zielsetzung

Grundlagen der pädagogischen Zielsetzung sind die Landesverordnungen für Grundschulen und für Gemeinschaftsschulen.
Danach orientiert sich die Schul- und Unterrichtsgestaltung an den Lernvoraussetzungen und Lernprozessen der Schülerinnen und Schüler und fördert sie in ihrer individuellen Lernentwicklung. Die Vermittlung von Sach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz, verbunden mit der Übernahme von Verantwortung für sich selbst, für die Orientierung auf mögliche zukünftige Berufe und für die Übernahme von Aufgaben in Staat und Gesellschaft sind prägnante Bildungsziele.
Die Ausrichtung des Unterrichts erfolgt nach § 1 (3) GemVO. Die Schülerinnen und Schüler aller Begabungen werden in einem weitgehend gemeinsamen Bildungsgang zu den Schulabschlüssen der Sekundarstufe I oder zur Berechtigung des Übergangs in die gymnasiale Oberstufe geführt.
Die Umsetzung steht auf diesen 5 Säulen:
Unterrichtsmethoden
schülerzentrierte Unterrichtsmethoden
Arbeitensform
projektorientiertes Arbeiten
Differenzierung
Differenzierung nach Fähigkeiten und Neigungen
Individualisiertes Lernen
Berücksichtigung von handlungs- und erfahrungsorientiertem Lernen
kooperative Lernformen
Gemeinsam geht es doch immer besser.

Formen des gemeinsamen Lernens

Das gemeinsame Lernen aller Kinder verlangt Formen binnendifferenzierenden Arbeitens und individuelle Förderung. Selbstständiges Lernen, Projektarbeit, soziales Lernen und Methodentraining sind fester Bestandteil des Unterrichts aller Jahrgangsstufen.
Das Methodentraining (z.B. Arbeitsplatzgestaltung, Heftführung, Lernplanung, Unterrichtsreflexion, Selbsteinschätzung, Lese- und Präsentationstechniken) in den allen Jahrgangsstufen soll Schülerinnen und Schüler anregen, das eigene Lernverhalten zu reflektieren und zu verbessern und die Selbstmotivation zu steigern. Dazu gibt es ein schulinternes Methodencurriculum. Feste Projekttage oder auch Projektwochen sind fächerübergreifend und auch jahrgangsübergreifend in den Schulalltag integriert. Diese Art von Unterricht bietet viel Raum für die Mitgestaltung und Mitbestimmung durch die Schülerinnen und Schüler. Ein fester Bestandteil der Projekttage ist das soziale Lernen. Die „ Streitschlichter“ sind seit Jahren ein Projekt der weiterführenden Schule.  Es gibt Angebote für individuelle Förderkonzepte für Schülerinnen und Schüler mit Schwierigkeiten im Lernen wie auch für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen.

Differenzierung und Qualitätssicherung beim gemeinsamen Lernen - Stufe 5/6

Ab Jahrgangsstufe 5 werden alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam, d.h. binnen-differenziert unterrichtet. Die individuellen Lernausgangslagen werden ermittelt und finden im Unterricht Berücksichtigung. Das Leitprinzip des Unterrichts (§ 5 SchulG) ist die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers.
Für alle Schülerinnen und Schüler  streben wir ein gemeinsames Basiswissen an, das sich an den Bildungsstandards der KMK und den derzeit gültigen Lehrplänen orientiert.  Dies geschieht durch innere Differenzierung, in der schwache ebenso wie stärkere Kinder durch gesonderte Lernangebote gefördert und gefordert werden. Individuelle Lernpläne helfen, ein möglichst hohes Lernniveau zu erreichen. In Jahrgangskonferenzen werden die Differenzierungsmaßnahmen evaluiert. Im gemeinsamen Unterricht werden alle unterschiedlichen Leistungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler angesprochen.

Differenzierung und Qualitätssicherung beim gemeinsamen Lernen - Stufe 7/8

Aufbauend auf der Arbeitsweise in den Klassen 5/6 wird gemäß der KMK- Vereinbarung über die Schularten und Bildungsgänge für die Sekundarstufe I im Rahmen des pädagogischen Konzeptes der Schule ab Jahrgang 7 der Unterricht im Fach Englisch auf verschiedenen Anspruchsebenen erteilt.
Ab der Jahrgangsstufe 8 wird in den Fächern Chemie, Biologie und Physik gemäß KMK- Vereinbarung der Unterricht leistungsdifferenziert auf verschiedenen Anspruchsebenen erteilt.
Zu jedem Zeugnistermin prüft die Klassenkonferenz, ob der Wechsel eines Kurses auf eine andere Anforderungsebene in einzelnen Fächern zu empfehlen ist.
Ab Jahrgangsstufe 7 bietet die Schule gemäß WPU- Erlass ein 4-stündiges WPU-Angebot für die Schüler und Schülerinnen an, u.a. die 2. Fremdsprache Französisch. Die Angebote ergeben sich aus den vier Fachbereichen Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Sport, Verbraucherbildung auf der Basis vorhandener Lehrpläne oder den zur Verfügung stehenden Best- Practise- Beispielen. Der Unterricht im WPU 1 erfolgt binnendifferenziert auf drei unterschiedlichen Anspruchsebenen.
Am Ende des 8. Schuljahres werden die Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern über den zu erwartenden Abschluss (siehe § 5 (3) GemVO) schriftlich informiert.

Differenzierung und Qualitätssicherung beim gemeinsamen Lernen - Stufe 9/10

Ab Klassenstufe 9 werden unterschiedliche Lerngruppen mit folgenden Schwerpunkten gebildet:
Im Zeugnis wird deutlich gekennzeichnet, auf welcher Anforderungsebene die Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Zu jedem Zeugnistermin prüft die Klassenkonferenz wie in Klassenstufe 7/8, ob ein Wechsel des Kurses mit einer anderen Anforderungsebene in einzelnen Fächern oder ein Wechsel der Lerngruppe zu empfehlen sei.
Zusätzlich zum 4-stündigen WPU wird wie in § 2 (4) GemVO vorgeschlagen, ein 2-stündiges Wahlpflichtfach angeboten. Das können z.B. Kurse wie Italienisch, Spanisch, Musik, Kunst und Informatik sein.

Förderkonzept

Die Grund- und Gemeinschaftsschule Einfeld möchte ihre Schülerinnen und Schüler zu sozialem und demokratischem Verhalten erziehen. Wir möchten Kinder stark machen durch angstfreies Lernen und sie individuell fördern und fordern. Daher betont das gesamte Förderangebot unserer Schule die individuelle Stärkung der Selbst-, Methoden- und Sozialkompetenz. Von Klasse 1 bis Klasse 10 werden bestimmte Methoden im Rahmen der Einführungswoche (Klasse 5) und an Projekttagen eingeführt und geübt.
In der Grundschule geschieht die individuelle Förderung durch einen stark binnen-differenzierten Unterricht. Zusätzlich werden in der 3. und 4. Klasse jahrgangsübergreifend Deutschförderkurse speziell für Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche und Deutsch als Zweitsprache “DaZ" (ab Klasse 1) angeboten. Hochbegabte Grundschülerinnen und –schüler werden ermutigt am Enrichment-Programm des Landes Schleswig-Holstein teilzunehmen. Ab Klasse 1 bieten wir zusätzlich das Matheprojekt “Mathe macht stark" an.
Eine Lernwerkstatt unterstützt unser Förderkonzept. Die Schülerinnen und Schüler mit anerkanntem Förderbedarf  werden ab Klasse 3 integrativ, zieldifferent oder zielgleich unterrichtet.
In der weiterführenden Schule möchten wir individuelles Lernen weiterhin stärken, indem wir an die erlernten Elemente aus der Grundschule anknüpfen. Wir fördern und fordern unsere Schülerinnen und Schüler durch einen stark binnendifferenzierten Unterricht, der möglichst durch Doppelbesetzungen in den Hauptfächern in den Klassenstufen 5/6 unterstützt wird. Projekte wie das Leseprojekt „Niemanden zurücklassen“ und der DaZ-Unterricht sind in unser Förderkonzept eingebunden. Das Erlernen und das Trainieren von Sozialkompetenzen erfolgt im gemeinsamen Unterricht.

Leistungsbeurteilung

Alle von den Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Schullebens erbrachten Leistungen sind Gegenstand der Leistungsbeurteilung. Dieses bezieht sich nicht nur auf die verschiedenen im Unterricht angewendeten Arbeitsformen und –ergebnisse, in denen sich Methoden-, Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz dokumentieren, sondern impliziert ebenso Halb- und Ganzjahresarbeiten, Projekttage und –wochen, Arbeitsgemeinschaften, Schul- und Sportfeste, Teilnahme an Wettbewerben etc.
Nach § 5 (1) GemVO beurteilt die Klassenkonferenz zu jedem Zeugnistermin die fachlichen Leistungen einer Schülerin oder eines Schülers. Sie erfasst in ihrem Urteil die Sach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz der Schülerinoder des Schülers und dokumentiert den Leistungsstand unter Berücksichtigung der Leistungen in den einzelnen Fächern in einem schriftlichen Zeugnis. Die Sach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz der Schülerinnen und Schüler erfolgt in Klassenstufe 5-10 in tabellarischer Form gemäß § 7 (1) ZVO mit festgelegten Indikatoren.
In der Jahrgangsstufe 5/6 werden alle Fächer bildungsgangübergreifend unterrichtet. Die Leistungen der einzelnen Fächer werden in Noten ausgedrückt. Neben der Note wird auch die Anforderungsebene, auf der der Unterricht erteilt wurde, erkennbar. Unter Anwendung der Übertragungsskala, die ebenfalls auf dem Zeugnis wiedergegeben ist, ist es den Eltern und Schülerinnen und Schülern möglich, den Leistungsstand bezogen auf die drei Bildungsgänge zu erfassen.
In den Jahrgangsstufen 7-10 wird der Unterricht in vielen Fächern bildungsgangübergreifend innerhalb einer Lerngruppe oder in verschiedenen Kursen erteilt. Nach § 5 (2) GemVO und  § 4 (3) Nr. 5 ZVO wird bei der Note in Fächern mit äußerer Fachleistungsdifferenzierung kenntlich gemacht, auf welcher der drei Anforderungsebenen die Leistungen von Schülerinnen und Schülern erbracht worden sind. Die Zuordnung der Note zur Anforderungsebene erfolgt durch die Zuordnung in Leistungsstufen markiert durch „ * “, „ ** “ und „ *** “. Dies ist nicht gleichbedeutend mit einer Zuordnung der Schülerin/des Schülers zu einem Bildungsgang. Die Erläuterungen der " * " erfolgen durch die auf dem Zeugnisformular abgedruckte Legende. Im Fach Sport erfolgt keine weitere Differenzierung.

Weitere Elemente

Berufswahlorientierung

Die Berufswahlorientierung beginnt bereits in der Grundschule und ist integrativer Bestandteil des Unterrichts aller Fächer und Jahrgangsstufen. Besonders in den Klassen 8-10 stehen berufskundliche Themen im Mittelpunkt des Unterrichts – vor allem im Fach Wirtschaft/Politik. Die Schülerinnen und Schüler lernen das Berufsinformationszentrum (BIZ) sowie die für sie persönlich zuständigen Berufsberaterinnen und –berater kennen, verschaffen sich einen Überblick über die Fülle der angebotenen Ausbildungsberufe und ihrer Anforderungen und werden sich ihrer eigenen Erwartungen und Stärken bewusst.

Alle Schülerinnen und Schüler absolvieren in der 8. und 9. Klasse ein 14-tägiges Betriebspraktikum. Zusätzlich organisieren wir ab der 8. Klasse für die Schülerinnen und Schüler, die sich für die Lerngruppe „Berufsfelderkundung“ entschieden haben, ein weiteres Betriebspraktikum sowie die Teilnahme an einem mehrtägigen Assessment- und Kompetenzfeststellungsverfahren. Dort erhalten sie eine Rückmeldung über ihre Stärken und Schwächen und die Gelegenheit, drei unterschiedliche Kurzpraktika zu absolvieren. Dieses Praktikum/Assessmentverfahren wird vom Ausbildungsverbund Neumünster (AVN) durchgeführt.

Gern vermitteln und unterstützen wir darüber hinaus freiwillige zusätzliche Praktika unserer Schülerinnen und Schüler, laden Eltern ein ihre Berufe in den Klassen vorzustellen und nutzen die Angebote lokaler Bildungsträger, Kammern und Wirtschaftsunternehmen zur Stärkung der Berufswahlkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler (z.B. Bewerbungs-training bei der AOK, Straße des Handwerks, Nordjob-Messe, Betriebserkundungen, Berufsorientierungswochen der regionalen Bildungszentren).

Ein wichtiges Standbein unserer Berufswahlorientierung bilden Kooperationsvereinbarungen mit lokalen Wirtschaftsunternehmen. Wir kooperieren mit folgenden Unternehmen:

– AOK Neumünster
– Max Jenne GmbH
– Michel Bau GmbH & Co.KG

Unsere Kooperationspartner stellen in Vorträgen und Betriebserkundungen ihre Unternehmen vor und bieten für unsere Jugendlichen Praktika an, die bei Interesse und Neigung auch schon zu einem Ausbildungsvertrag geführt haben.

Eine Besonderheit in Neumünster stellt das einwöchige Sozialpraktikum unserer Schülerinnen und Schüler am Ende der 9. Klasse dar. Dieses Praktikum, das unsere Schule seit 2002 mit großem Erfolg durchführt, wird in erster Linie in stationären Senioren- und Pflege-einrichtungen absolviert, aber auch Einrichtungen für behinderte Menschen sowie Kurzzeitpflegeeinrichtungen kommen in Frage. In diesem Praktikum werden unsere Schülerinnen und Schüler für leichte Hilfstätigkeiten im Sozialdienst eingesetzt.

Seit 2010 kooperieren wir mit dem Patenmodell „Ausbildungsbrücke“ der Diakonie. Dieses Modell basiert auf dem Prinzip, dass fest zugeteilte ehrenamtlich tätige Ausbildungspaten benachteiligte Jugendliche begleiten, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, dem Erlangen des Schulabschlusses oder bei der Lehrstellensuche haben. Die Paten unterstützen bei Behördengängen, organisieren Nachhilfeunterricht und helfen bei der Vermittlung von Praktikumsstellen und Ausbildungsplätzen.

Ausbildungsschule

Die Grund- und Gemeinschaftsschule ist eine Ausbildungsschule.
Junge Kolleginnen und Kollegen, die sich in der sog. 2. Ausbildungsphase befinden, werden bei uns durch erfahrene Mentoren und Mentorinnen im Unterrichtsalltag begleitet und beraten. Darüber hinaus findet die Ausbildung in vielfältiger Form in schulinternen Netzwerkstunden und in Zusammenarbeit mit den Studienleitern des IQSH statt. Nicht zuletzt bringen unsere akademischen Nachwuchskräfte neue Ideen und aktuelle Unterrichtsmethoden aus der Ausbildung mit in die Schule, von denen wir alle profitieren.

Ganztagskonzept

Seit dem Schuljahr 2010/2011 gibt es an unserer Schule eine Offene Ganztagsschule. Dort werden zur Zeit die Schüler der dritten bis siebten Klassen betreut. Die Angebote der Offenen Ganztagsschule sind kostenlos. Die Betreuungszeiten sind dienstags bis donnerstags jeweils von 12.30 Uhr bis 16.00 Uhr.

Die Schüler bekommen ein frisch zubereitetes, kostengünstiges Mittagessen. Ab Februar 2013 können alle Schülerinnen und Schüler in der Mensa des Schulzentrums Einfeld ein Mittagessen einnehmen.

Sie werden bei den Hausaufgaben betreut und können dann an verschiedenen Workshops teilnehmen oder im Jugendfreizeitheim Ruhe und Entspannung suchen. Die Workshops finden von 14.00 Uhr – 15.00 Uhr und 15.00 Uhr – 16.00 Uhr statt. Die Themen der Workshops sind zum Beispiel: Kleine Handwerker, Sport und Spiel, Gitarrenunterricht, Stricken, Gartenzauber, Lesen und Schmökern, Tanzen …

Die angebotenen Workshops werden halbjährig überarbeitet und je nach Angebot verändert. Geleitet wird die offene Ganztagsschule von einer Sozialpädagogin Die Zusammenarbeit seitens der Grund- und Gemeinschaftsschule Einfeld koordiniert eine Lehrkraft.

Die Offene Ganztagsschule nutzt für die Workshops und Aktivitäten die Räume der Grund- und Gemeinschaftsschule Einfeld.

Die Workshops sind durch die Unterstützung der Ev. Kirchengemeinde, des Turn- und Sportvereins Einfeld und anderer im Stadtteil vernetzter Freiwilliger möglich.

Evaluation

Dieses pädagogische Konzept wird regelmäßig evaluiert und überarbeitet.